24.12.2024 - Während der Weihnachtszeit ist es fast unmöglich, dem Lied «All I Want for Christmas is You» aus dem Weg zu gehen. Genau so schwierig kann es sein, Phishing- und Betrugsversuchen in der Weihnachtszeit auszuweichen. Ganz nach dem Motto «All I Want for Christmas is your Money» versuchen Betrüger auf verschiedenen Wegen, ihren Opfern in der Weihnachtszeit Geld zu entlocken.

Augen auf beim Geschenkekauf – Erhöhter Meldeeingang zu dubiosen Webshops vor Weihnachten
Die Weihnachtszeit ist eine wichtige Zeit für den Online-Handel. Während diesen Tagen steigen die Verkaufszahlen erheblich, da viele Menschen ihre Geschenke bequem von zu Hause aus bestellen. Doch leider mischen auch dubiose Anbieter mit, welche mit gefälschten Online-Shops die erhöhte Kaufbereitschaft ausnutzen, um an Geld zu kommen oder an vertrauliche Daten wie Kreditkartendaten zu gelangen. Daher ist es wichtig, nur auf vertrauenswürdigen Websites einzukaufen, mit denen man bereits gute Erfahrungen gemacht hat oder über die man sich vorher bei verschiedenen Bewertungsdiensten informiert hat.
Auch das Impressum kann ein wichtiger Anhaltspunkt sein, ob ein Shop seriös ist. Viele dubiose Seiten bieten beispielsweise nur ein Formular zur Kontaktaufnahme an. Ausserdem sollte man sich auch über die Rückgabebedingungen und das Widerrufsrecht des Shops informieren und auch darüber, ob der Shop die Kosten für die Rücksendung übernimmt oder ob man diese selbst tragen muss. Es ist eine bekannte Masche, dass dubiose Webshops zwar einen Artikel versenden, es sich aber dabei um einen billigen oder falschen Artikel handelt. Bei einer Reklamation kann man den Artikel zwar zurücksenden, muss aber Rücksendekosten selbst tragen. Befindet sich der Shop in einem fernen Land, können diese Kosten sehr hoch sein und sogar den Kaufpreis übersteigen, so dass sich eine Rücksendung nicht lohnt.
- Kaufen Sie nur bei Onlineshops ein, denen Sie vertrauen;
- Sollten Sie sich für einen Kauf in einem für Sie neuen Shop interessieren, prüfen Sie die Kundenbewertungen («Rezensionen») zu diesem Shop;
- Prüfen Sie, ob der Shop-Betreiber ein plausibles Impressum zur Verfügung stellt. Dieses muss Informationen über den Firmensitz, zu Kontaktmöglichkeiten und wenn möglich eine Handelsregisternummer enthalten. Viele dubiose Seiten bieten beispielsweise nur ein Formular zur Kontaktaufnahme an;
- Prüfen Sie die Informationen zu Widerrufs- und Rückgaberecht, zur Übernahme allfälliger Versandkosten usw.;
- Sollten auch nur kleinste Zweifel bestehen, sehen Sie vom Kauf in diesem Shop ab.
Aber auch nach Weihnachten ist man vor Betrug nicht gefeit. Gefällt beispielsweise ein Geschenk nicht, schickt man es an den Lieferanten zurück oder verkauft es über eine Kleinanzeigenplattform. Beide Varianten werden von Phishern ausgenutzt, um an Ihre Kreditkartendaten zu gelangen.
«Beim Versand Ihres Paketes ist etwas schiefgelaufen»
Paket-Phishing ist keine neue Masche und vielen bekannt, hat aber gerade zur Weihnachtszeit erhöhte Erfolgsaussichten. Beim Paket-Phishing versenden Betrüger massenhaft Textnachrichten und gaukeln dem Opfer vor, dass es Probleme mit dem Versand oder der Zustellung eines Pakets gebe. Meist handelt es sich dabei um eine Nachzahlung von Gebühren, die beglichen werden soll. Dazu versuchen die Betrüger die Opfer dazu zu bringen, Kreditkartendaten auf einer gefälschten Webseite anzugeben. Da zur Weihnachtszeit mehr Pakete versendet werden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass eine Phishing-Nachricht sich mit einem tatsächlich bestellten Paket kreuzt. Damit erhöht sich auch das Risiko, dass ein Empfänger oder eine Empfängerin auf einen solchen Angriff hereinfällt.
- Ignorieren Sie Paketankündigungen, welche auf die Bezahlung einer Gebühr drängen;
- Im Zweifelsfalle und wenn Sie ein Paket erwarten, fragen Sie beim entsprechenden Paketdienstleister nach.
Wenn man etwas verkauft und trotzdem Geld verliert
Aber auch beim Verkauf eines nicht mehr gewollten Geschenks über eine Kleinanzeigenplattform lauern Gefahren. Kleinanzeigen bieten Betrügern eine Vielzahl von Angriffsmöglichkeiten. Klassische Varianten sind der Verkauf nichtexistierender Waren oder die Nichtbezahlung bereits gekaufter und versandter Waren.
Es gibt aber noch eine weitere Variante, die sich explizit gegen Verkäuferinnen und Verkäufer richtet. Dabei täuschen die Betrüger Interesse an einem Produkt vor und drängen das Opfer dazu, die Lieferung und den Geldtransfer über einen vom angeblichen Käufer definierten Paketlieferdienst zu tätigen. Ist das Opfer damit einverstanden, werden vom angeblichen Paketlieferdienst fiktive Gebühren verlangt, die das Opfer mit der Kreditkarte bezahlen soll. Die Angreifer haben es in diesen Fällen auf die Kreditkartendaten abgesehen.
Im Gegensatz zu den unspezifischen Phishing-E-Mails, die in grosser Zahl versendet werden und bei denen die Absender hoffen, dass der generische Text im einen oder anderen Fall passt und bei den Opfern verfängt, betreiben die Phisher in diesen Fällen einen grossen Aufwand: Sie kommunizieren direkt und individuell mit dem Opfer und passen ihr Szenario der jeweiligen Gegebenheit an. Gerade bei der Kontaktaufnahme erfolgt die Kommunikation oft auch in Schweizerdeutsch.
- Prüfen Sie die Bewertungen von Verkäuferinnen und Verkäufern;
- Gehen Sie beim Verkauf von Artikeln nicht auf Forderungen potenzieller Käuferinnen und Käufer ein (z. B. Versand über einen bestimmten Dienstleister);
- Beharren Sie beim Verkauf darauf, dass Versand- und Transaktionsgebühren von den Käuferinnen und Käufern übernommen werden. Schreiben Sie das auch in die Anzeige.
Hinweis:
Der Titel «All I want for Christmas is your Money» ist eine humorvolle Anspielung und steht in keinem Zusammenhang mit Mariah Carey oder ihrem Werk «All I want for Christmas is You». Er wird lediglich im Rahmen eines informativen Beitrags verwendet und dient satirischen Zwecken.
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Letzte Änderung 24.12.2024