Woche 48: Wie Betrüger Ihre Winterferien ruinieren wollen

03.12.2024 - Wenn der erste Schnee fällt und die Weihnachtsferien vor der Tür stehen, träumen viele von einer Unterkunft in einer der bekannten Schweizer Feriendestinationen. Um das passende Angebot zu finden, wird oft eine Suchmaschine oder ein bekanntes Buchungsportal konsultiert. Doch auch hier lauern Betrüger, die einem die Ferien vermiesen und das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Aktuelle Varianten finden Sie in diesem Wochenrückblick.

In einem ersten Fall, der dem BACS in der vergangenen Woche gemeldet worden ist, richtet sich das Angebot an zahlungskräftige Interessenten, die auf der Suche nach einem Ferienchalet in einer der bekannten Feriendestinationen sind. Auf einer Website werden ganze Luxuschalets zur Miete angeboten, und zwar in einem Preissegment von mehreren 10'000 CHF pro Woche. Die Website enthält Fotos und die Beschreibung, die von der eigentlichen Vermieterin stammen. Auffällig ist, dass auf der Website bei einer Buchung beliebige Daten angegeben werden können und das Chalet zum Beispiel auch in der Hochsaison über Weihnachten noch verfügbar ist, während das Chalet auf der echten Website bereits seit Monaten ausgebucht ist. Will man das Chalet buchen, sind 50% des Mietpreises sofort fällig. Der Restbetrag ist dann 30 Tage vor der Anreise zu überweisen. Aufgrund der hohen Beträge ist das ein lukratives Geschäft für Betrüger. Neben dem finanziellen Schaden für das Opfer kommt der Frust hinzu, wenn man den Betrug nicht rechtzeitig bemerkt, anreist und vor verschlossenen Türen steht und sich dann in der Hochsaison um eine alternative Übernachtungsmöglichkeit kümmern muss.

Um solche Fälle zu vermeiden, helfen vor allem Erfahrungsberichte anderer. In diesem Fall gibt es über den echten Vermieter zahlreiche Bewertungen. Für die gefälschte Website gibt es auf unabhängigen Bewertungsplattformen keine einzige Bewertung. Dies, obwohl auf der dubiosen Website selbst zahlreiche positive Erfahrungsberichte zu lesen sind. Dabei handelt es sich um einen altbekannten Trick von Betrügern, auf der dubiosen Website selbst positive Erfahrungsberichte einzublenden oder eine hervorragende Bewertung von bekannten Plattformen einzublenden, um das potenzielle Opfer von weiteren Recherchen abzuhalten. Allerdings wurde die betrügerische Website erst Ende August 2024 registriert, die Bewertungen reichen aber bis ins Jahr 2023 zurück. Wie in vielen Fällen gibt auch hier das Registrierungsdatum einen wichtigen Hinweis auf die Seriosität der Seite.

Die Rezensionen auf der dubiosen Website gehen zurück bis ins Jahr 2023. Die Website wurde allerdings erst am 27.8.2024 registriert.
Die Rezensionen auf der dubiosen Website gehen zurück bis ins Jahr 2023. Die Website wurde allerdings erst am 27.8.2024 registriert.

Falsche Angebote auf bekannten Buchungsportalen

Aber auch auf seriösen Buchungsportalen und Immobilienportalen tauchen immer wieder betrügerische Angebote auf. Letzte Woche wurde dem BACS ein Fall gemeldet, in dem ein Interessent aufgefordert worden war, sich an eine E-Mail-Adresse zu wenden, um den Buchungsvorgang durchzuführen. Die Betrüger versuchen auf diese Weise, die Interessenten von den offiziellen Buchungsportalen wegzulocken. Kurze Zeit später erhielt das Opfer vom Vermieter einen Link zu einer Website, auf der die Buchung vorgenommen werden sollte. Auf dieser Seite sollte das Opfer die Reisedaten eingeben und innerhalb von 48 Stunden bestätigen. Die von den Betrügern genannte Website sah derjenigen der echten Buchungsplattform täuschend ähnlich. Auch die Internetadresse war nur bei genauem Hinsehen als Fälschung erkennbar.

Der von den Betrügern gesendete Link verweist auf eine Buchungsplattform, die von der echten Plattform booking.com kaum zu unterscheiden ist. Nur anhand der Internetadresse lässt sich erkennen, dass man sich auf einer betrügerischen Website befindet.
Der von den Betrügern gesendete Link verweist auf eine Buchungsplattform, die von der echten Plattform booking.com kaum zu unterscheiden ist. Nur anhand der Internetadresse lässt sich erkennen, dass man sich auf einer betrügerischen Website befindet.

Natürlich mussten auch hier am Schluss die Kreditkartendaten zur Bestätigung angegeben werden. Auf diese Weise kommen die Betrüger an die Kreditkartendaten und können Abbuchungen vornehmen, ohne dass die Opfer etwas merken, zumindest bis sie vor verschlossenen Türen stehen.

Empfehlungen

  • Prüfen Sie vor jeder Buchung den entsprechenden Vermieter genau. Kontrollieren Sie auch die Internetadresse (URL) daraufhin, ob Sie sich wirklich auf der korrekten Website befinden;
  • Melden Sie dubiose Angebote an die entsprechende Buchungsplattform;
  • Machen Sie sich ein Bild des Anbieters mit Hilfe von Kundenbeurteilungen (Rezensionen). Diese finden Sie, indem Sie nach dem Namen der Firma suchen und zusätzlich das Wort «Rezension» eingeben. Beachten Sie, dass Rezensionen auch gefälscht sein können. Falls Sie nichts finden, wurde das Buchungsportal sehr wahrscheinlich erst kürzlich in betrügerischer Absicht erstellt;
  • Seien Sie alarmiert, wenn Angebote offensichtlich zu günstig sind. Klingt ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, ist es dies oft auch;
  • Prüfen Sie, ob ein Impressum vorhanden ist und ob dieses vollständig und plausibel ist. Gibt der Anbieter beispielsweise eine plausible Kontaktadresse, eine korrekte Telefonnummer oder E-Mail-Adresse und eine Handelsregisternummer an? Ein typisches Zeichen für Betrugsseiten ist beispielsweise, wenn die Kontaktaufnahme nur über ein Formular möglich ist und nicht über E-Mail oder Telefon.

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Letzte Änderung 03.12.2024

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