01.04.2024 - Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) beobachtet vermehrt, dass private Anbieter Unterstützung bei der Beantragung staatlicher Reiseautorisierungen anbieten. Der Mehrwert dieser Angebote ist oft fraglich und stellt auch ein erhebliches Risiko für betrügerische Aktivitäten dar. Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die in bestimmte Länder wie die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien, Neuseeland und ab dem 2. April 2025 auch nach Grossbritannien reisen möchten, benötigen für die visumfreie Einreise eine elektronische Reiseautorisierung. Betrüger nutzen die oft komplexe Natur dieser Verfahren aus, um offiziell aussehende Websites zu erstellen, mit dem Ziel, die Nutzenden zu täuschen und so an Daten und Geld zu gelangen.

Reisende aus visumfreien Ländern benötigen das Electronic System for Travel Authorization (ESTA / ETA), für die Einreise in bestimmte Länder. Mit dieser Genehmigung können sich Reisende für eine gewisse Zeit ohne Visum in den USA und anderen Ländern aufhalten. Leider wird dieser Umstand zur Täuschung ahnungsloser Reisender und zur Erlangung finanzieller Vorteile ausgenutzt. Zu diesem Zweck werden Internetseiten erstellt, die einen offiziellen Charakter vortäuschen. Auf diesen Websites werden oft überhöhte Gebühren für die Bearbeitung des ESTA-Antrags verlangt. Ausserdem besteht die Gefahr, dass die eingegebenen persönlichen Daten für Identitätsdiebstahl missbraucht werden.
Das Kleingedruckte
Ab dem 2. April 2025 ist für die Einreise nach Grossbritannien ebenfalls ein solches ESTA / ETA Formular notwendig. Deshalb rechnet das BACS mit dubiosen Angeboten, die sich speziell an Reisende nach Grossbritannien richten. Schon letzte Woche wurde dem BACS eine Website gemeldet, welche die Reisenden bei dem ESTA / ETA Antrag spezifisch für Grossbritannien «unterstützt» und dafür eine Gebühr verlangt. Bei genauerem Hinsehen ist bereits auf der Startseite ein Disclaimer ersichtlich, der darauf hindeutet, dass die Seite keine Verbindung zu einer Regierungsbehörde hat, also keine offizielle Seite der Behörden ist und dass der Antrag inklusive Bearbeitungsgebühr massiv überteuert ist:
«Diese Website ist NICHT mit einer Regierungsbehörde verbunden. Unsere Plattform bietet schrittweise Unterstützung, um sicherzustellen, dass Anträge vollständig und korrekt sind. Alle Antragsteller können ihren Antrag direkt auf der entsprechenden Regierungswebsite ohne unsere Hilfe stellen.»
Gemäss der offiziellen Angabe auf der Webseite der britischen Regierung kostet der ESTA / ETA Antrag momentan 10 britische Pfund (ab dem 09. April 2025 16 britische Pfund).
Achtung bei den Suchresultaten
In den meisten Fällen kennt der Reisende die offizielle Website für die Beantragung von ESTA/ETA nicht direkt, sondern sucht diese über eine Suchmaschine. Die Betreiber betrügerischer Websites sind sich dessen bewusst und versuchen deshalb mit verschiedenen Tricks, ihre Seiten möglichst weit oben und vor allem über den Resultaten der offiziellen Seiten in den Suchergebnissen zu platzieren. Oft erscheinen diese auch in den gesponserten Links oberhalb der eigentlichen Suchresultate. In einem anderen Fall suchte das Opfer über eine Suchmaschine nach Möglichkeiten, ein ESTA-Formular für die USA auszufüllen und wurde auf eine gefälschte Seite geleitet. Die Website selbst enthielt offizielle Embleme der US-Regierung und war unter einer .org-Domain registriert. In diesem Fall wurden statt der üblichen 21 USD satte 121 USD in Rechnung gestellt.
Empfehlungen
- Nutzen Sie ausschliesslich die offiziellen Websites der zuständigen Behörden für die Beantragung von Reiseautorisierungen. Die offiziellen Websites sind:
- USA ESTA: https://esta.cbp.dhs.gov/esta/
- Kanada eTA: https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/services/visit-canada/eta.html
- Australien eVisitor/ETA: https://immi.homeaffairs.gov.au/ (Die ETA wird über die offizielle «Australian ETA app» beantragt.)
- Grossbritannien ETA: https://www.gov.uk/guidance/apply-for-an-electronic-travel-authorisation-eta
- Neuseeland NZeTA: NZeTA application - request an NZeTA | Immigration New Zealand
- Vorsicht auch bei Suchanfragen. Oft werden vor den eigentlichen Ergebnissen Werbe-Links angezeigt. Diese sind als «Gesponsert» gekennzeichnet.
- Im Zweifelsfall sollten Sie immer die Botschaft oder das Konsulat des jeweiligen Landes kontaktieren, um offizielle und verlässliche Informationen zu erhalten.
- Informieren Sie sich im Voraus über die offiziellen Gebühren für die Reiseautorisierung und seien Sie misstrauisch gegenüber Angeboten, die deutlich über diesen Preisen liegen.
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Letzte Änderung 01.04.2025